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Elektronetze in der Praxis: Mobile Einzäunung für Schafe, Geflügel und weitere Tiere

Ein Elektronetz ist für viele Betriebe eine pragmatische Antwort auf eine tägliche Aufgabe: Tiere eingrenzen, Flächen flexibel nutzen und den Zaun bei Bedarf zügig versetzen. Als mobile, zeitnah errichtbare Alternative zum klassischen Weidezaun spielen die Netze ihre Eigenschaften besonders bei Wechselweiden, temporären Abtrennungen oder saisonalen Einsätzen aus.

In der Praxis gilt jedoch: Jede Tierart stellt andere Ansprüche. Ein Elektronetz für Schafe muss andere Anforderungen erfüllen, als ein Geflügelnetz, da für Schafe und Geflügel unterschiedliche Produkte für die Weidehaltung wichtig sind. Faktoren wie dichte Wolle oder isolierendes Gefieder beeinflussen maßgeblich, wie der Stromimpuls am Tier wirkt.

Was ist ein Elektronetz und wann eignet es sich als Lösung?

Elektronetze (auch Weidezaunnetze genannt) sind mobile, elektrifizierbare Zaunsysteme. Das Netzmaterial enthält eingearbeitete, leitfähige Litzen, während die Pfähle bereits fest integriert sind. Für den Einsatz wird das Netz ausgerollt, die Pfähle im Boden fixiert und das System an ein Weidezaungerät angeschlossen. Das reduziert im Vergleich zu Zäunen mit einzelnen Drähten den Arbeitsaufwand beim Aufbau.

Ein Elektronetz eignet sich besonders für:

  • Wechselweiden: Zügiges Umstecken und Versetzen des Zauns auf neue Flächen.
  • Temporäre Abtrennungen: Kurzzeitige Einzäunungen innerhalb bereits bestehender Gehege oder Weiden.
  • Komplettlösungen: Ein fertiges Setup ohne das Zusammensuchen von vielen Einzelteilen.

Funktionsweise: Impulse, Zaungerät und Erdung

Elektronetze arbeiten mit kurzen elektrischen Impulsen. Diese erzielen eine abschreckende Wirkung und markieren so eine klare Grenze für die Tiere. Damit das System funktionstüchtig bleibt, müssen das Netz, das Weidezaungerät und eine fachgerechte Erdung genau zusammenpassen.

Gerade bei Tierarten mit isolierendem Fell oder Gefieder ist die passende Leistung wichtig. Für Schafe und Geflügel werden hochenergetische Geräte eingesetzt, da Wolle und Federn den Strom schlecht leiten. Ein geplant eingesetztes Setup berücksichtigt deshalb von Anfang an die Zaunlänge, den Bodenwiderstand und den zu erwartenden Grasbewuchs.

 

Bewuchs und Spannungsverlust

Gras und Kräuter zählen zu den häufigsten Ursachen für Funktionsstörungen am Zaun. Vegetation, die an die leitfähigen Litzen drückt, leitet den Strom in die Erde ab. Die Folge ist ein schleichender Spannungsverlust.

  • Zaunlinie freihalten: Regelmäßiges Freischneiden der Zaunlinie, besonders im bodennahen Bereich.
  • Spannung kontrollieren: Überprüfung der Zaunspannung nach starken Wachstumsphasen oder Regen.
  • Gerät passend wählen: Einsatz von Weidezaungeräten mit ausreichenden Energiereserven bei unvermeidbarem Bewuchs, um Verluste auszufiltern.

Elektronetz für Schafe: Stabil und funktionsgerecht

Ein Elektronetz für Schafe muss mechanische Stabilität mit einer passenden Elektrifizierung verbinden. Da Schafe durch ihre dichte Wolle gut gegen Strom isoliert sind, kommt es hier besonders auf das passende Gerät an.

  • Gute Leitfähigkeit: Strapazierfähige Leiter mit geringem Widerstand für eine funktionale Stromführung bis zum Zaunende.
  • Funktionaler Maschenaufbau: Engmaschige Netze im unteren Drittel gegen das Durchschlüpfen von Lämmern.
  • Pfahlvarianten: Auswahl zwischen Einzelspitzen für normale Böden oder stabilen Doppelspitzen für harte, steinige Untergründe.

Elektronetz für Geflügel: Abwehr von Beutegreifern

In der Geflügelhaltung stehen die Abwehr von Beutegreifern und eine praktische Handhabung im Vordergrund.

  • Barrierefunktion: Spezielle Geflügelnetze und Schutznetze werden zur seitlichen Einzäunung und Abgrenzung von Ausläufen eingesetzt.
  • Eigenschaften beim Aufbau: Der Ablauf – Ausrollen, Stecken, Anschließen – ermöglicht ein zügiges Versetzen der Ausläufe.
  • Sinnvolle Ergänzung: Kombination mit automatischen Hühnerklappen und mobilen Geflügelställen zur Unterstützung der Abläufe und der Stallorganisation.
  • Maschenspezifikation: Enge Maschenweiten ab 30 mm im Bodenbereich zur Abgrenzung für Küken und Jungtiere.

FAQ

Was ist ein Elektronetz und wie unterscheidet es sich vom klassischen Weidezaun?

Ein Elektronetz ist ein mobiles Zaunsystem aus Netzmaterial und bereits integrierten Pfählen. Es erlaubt einen zeitnahen Auf- und Abbau und reduziert den Aufwand gegenüber mehrdrähtigen Zäunen, da Leiter und Isolatoren ab Werk fest miteinander verbunden sind.

Worauf muss ich beim Elektronetz für Schafe besonders achten?

Wegen der isolierenden Wolle brauchen Sie ein funktionsgerechtes Weidezaungerät und eine sorgfältige Erdung. Zudem sollte das Netz gut gespannt sein, um dem physischen Druck der Herde standzuhalten.

Wie genau beeinflusst der Bewuchs die Funktion des Zauns?

Grashalme oder Pflanzen, die das Netz berühren, wirken wie kleine Ableiter. Sie ziehen Energie aus dem Zaunsystem. Das senkt die Zaunspannung und beeinträchtigt die Abgrenzungswirkung des Netzes.