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Wildschwein Abwehr

Wildschäden von großem Ausmaß werden hauptsächlich durch Wildschweine verursacht. Diese Schäden betragen nicht selten mehrere tausend € pro ha. Die einfachste, kostengünstigste und effektivste Art des Schutzes ist die Errichtung eines Elektro-Wildabwehrzauns (Vergrämungsmaßnahmen erweisen sich nach kurzer Zeit als unwirksam). Da das Wild im allgemeinen noch keine Erfahrung mit Elektrozäunen gemacht hat, sollte der erste Kontakt möglichst abschreckend sein. So wird sofort der nötige Respekt vor dem Zaun erzeugt und weitere Versuche der Tiere den Zaun zu durchbrechen verhindert. Dies funktioniert allerdings nur wirksam mit der richtigen Auswahl an Weidezaun Komponenten. Hier erhalten Sie einen Überblick und Hinweise über die wichtigsten Bestandteile eines Wildschweinzaunes.
 

Zaunhöhen und Pfähle:
Bei der Errichtung eines Zaunes zur Wildschweinabwehr gibt es von Fachleuten zwei empfohlene Möglichkeiten:

Für die Wildschweinabwehr gibt es zwei Einzäunungsvarianten.
 
Zauntyp 1:
Ein Zaun mit zwei stromführenden Leitern in Höhe von ca. 20 - 25cm und 50cm.
geeignete Pfähle z.B.
Art.Nr. 20x 44451 Kunststoffpfahl, 74cm*)
Art.Nr. 110x 44464 Kunststoffpfahl, 74cm*)
 Wildschweinabwehr mit einem Elektrozaun, 2-reihig.
 
Zauntyp 2:
Ein Zaun mit drei stromführenden Leitern in Höhe von ca. 20cm, 50cm und 80cm.
geeignete Pfähle z.B.
Art.Nr. 20x44498 Kunststoffpfahl, 104cm*)
 Wildschweinabwehr mit einem Elektrozaun, 4-reihig.
 
*) Sie können aber auch jeden anderen Pfahl verwenden, der die geforderten Zaunhöhen und benötigten Ösen zum Anbringen der stromführenden Leiter besitzt. In der Praxis werden in der letzten Zeit verstärkt Fiberglaspfähle Art.Nr.44500 und 44585 eingesetzt. Diese Pfähle zeichnen sich durch Ihre Langlebigkeit, geringes Gewicht und Stabilität aus. Zudem können bei den Fiberglaspfählen die Isolatorenhöhen frei gewählt bzw. durch Zusatzisolatoren Art.Nr.44714  ergänzt werden. Somit haben Sie die Möglichkeit die Zaunhöhen den Gegebenheiten vor Ort individuell anzupassen.
 
Die Wahl des Zauntyps hängt zum einen von der jeweiligen Größe der Wildart ab. Andere Gründe sind u.a. Wert der zu schützenden Kultur, Höhe der Investitionsmenge, Absprachen mit der Jagdgesellschaft (Richtlinien) und Gegebenheiten vor Ort. In Zweifelsfällen sollte man sich für den Zauntyp 2 entscheiden.
 
Hinweis:
Kunststoffpfähle oder Fiberglaspfähle sind nicht geeignet zur Aufnahme von seitlichen Kräften. Diese Pfähle können lediglich zur Führung der Litze verwendet werden. Zu den nicht tragenden Pfählen sollten zur besseren Stabilität des Zaunes und Spannen der stromführenden Leiter auch Festzaunpfähle zum Einsatz kommen. Die Festzaunpfähle dienen zur Aufnahme von Last- und Zugkräften im Zaun und sollten bei Richtungsänderungen (Zaunecken), Zaunanfängen, Toren und auf gerader Stecke alle 50 - 70m verbaut werden. Als Festzaunpfähle können z.B. verwendet werden Holzpfähle, Recyclingpfähle oder Multipfähle Art.Nr.44290. Festzaunpfähle benötigen geeignete Isolatoren z.B. Ringisolator Art.Nr.44322 oder Eckisolator Art.Nr.44812. Zwischen den Festzaunpfählen werden die mobilen Kunststoffpfähle je nach Geländebeschaffenheit alle 5 - 7m gesetzt.
 

Leitermaterial:
Zur Wildabwehr haben sich zwei Arten an Leitermaterialien durchgesetzt, Kunststofflitze und Drahtlitze. Diese Leitermaterialien zeichnen sich durch eine sehr einfache Handhabung (Verlegbarkeit) aus. Die Kunststofflitzen haben einen höheren Anschaffungspreis gegenüber Drahtlitze, sind dafür aber wesentlich haltbarer gegenüber Witterungseinflüssen (Korrosion), mechanischen Beanspruchungen und besitzen meist eine höhere Leitfähigkeit. Neben der Reißfestigkeit sollte man auf einen geringen Leiterwiderstand achten. Je geringer der Widerstand (Ohm pro Meter) desto besser die Leitfähigkeit und umso länger kann der Zaun ohne Spannungsverluste errichtet werden. Beim Verbinden mehrerer Litzen sollten spezielle Verbinder Art.Nr.44619 verwendet werden, nur so wird eine verlustfreie Übertragung gewährleistet. Da Wildzäune sehr häufig saisonal eingesetzt werden, empfiehlt es sich zum Auf- und Abbau das Leitermaterial auf eine Haspel Art.Nr.44270 zu rollen. So kann das Material, ohne hohe mechanische Beanspruchung, eingelagert werden und beim nächsten Aufbau wird es wieder abgerollt.
 
geeignete Kunststofflitze:
 
geeignete Drahtlitze:
 
Hinweis:
In der Praxis lässt sich Bewuchs am Zaun leider nicht vermeiden. Bei Berührung mit stromführenden Leitern führen diese Ableitungen zu einem Kurzschluß und die Zaunspannung wird herabgesenkt. Daher sollten die Leiter in Abständen von ca. 200 - 300m mit Verbindungsleitungen verbunden werden. Durch eine ständige Reelektrifizierung wird die Leitfähigkeit und somit die Zaunspannung wesentlich verbessert.
 
geeignetes Verbindungskabel:
 

Praxistipp:

Es kam schon vor, dass Schwarzwild die Drahtlitze durchbeißt. Um den Stromfluß nicht zu unterbrechen gibt es eine einfache Möglichkeit:
Spannen Sie zusätzlich zur Drahtlitze noch eine preisgünstige 10mm Breitbandlitze auf der selben Höhe z.B. Art.Nr.44554 Weidezaunband 250m, 10mm, 4x0,16 Niro, weiß 1*. Da das Band sehr flexibel ist lässt es sich nicht durchbeißen, der Strom wird weitergeleitet, zudem verbessert das Band die Sichtbarkeit des Zaunes.
 

Gerätevoraussetzungen:
Zum Schutz vor das Eindringen von Frischlingen verläuft die untere Leitung eines Wildschweinzaunes dicht über dem Boden. Eine Berührung mit Gras lässt sich in der Praxis deshalb nicht vermeiden. Dadurch entstehen Ableitungen und die Zaunspannung wird herabgesetzt. Zudem sind Wildschweine durch das dichte Borstenfell sehr gut isoliert, also stromunempfindlich. Deshalb muß ein kräftiges Elektrozaungerät gewählt werden, welches diese Verluste ausgleicht und genügend Spannung (Volt) und Impulsenergie (Joule) liefert.
Ein entscheidenes Leistungskriterium für geeignete Weidezaungeräte zur Wildabwehr ist eine hohe Entlade- Impulsenergie (Joule). Je höher die Impulsenergie desto schmerzhafter der Impuls bei Tierberührung und sicherer der Zaun. Die Mindestzaunspannung sollte ca. 3000 - 4000V betragen.
Für Wildzäune kommen daher nur starke Netzgeräte (230V~) und Akkugeräte (12V) in Frage.
 
Betrieb mit Netzgerät 230V:
Für kleinere Einzäunungen mit wenig Bewuchs empfehlen wir:
Art.Nr.44227 230V Netzgerät NV 5000
 
Bei großen Einzäunungen mit starken Bewuchs empfehlen wir:
Art.Nr.44869 230V Netzgerät NVi 9000
Art.Nr.30415 230V Netzgerät ELEFANT M115
 
Hinweis:
Netzgeräte dürfen nicht in feuergefährdeten Räumen wie z.B. Scheunen, Ställen betrieben werden. Nach VDE-Richtlinie muss zwischen Gerät und Zaun eine Blitzschutzdrossel mit Funkenstrecke Art.Nr.44734 angeschlossen werden. Diese verhindert bei Blitzeinschlag in den Elektrozaun eine Zerstörung des Weidezaungerätes und somit weiteren Schaden. Weitere Informationen finden Sie unter "Weidezaun-Tipps" Kapitel "Verschiedenes".
 
Betrieb mit Akkugerät 12V:
Für kleinere Einzäunungen mit wenig Bewuchs empfehlen wir:
Art.Nr.44373 12V Akku - Batteriegerät AV 6000
Art.Nr.30800 12V Akku - Batteriegerät ELEFANT Accu A25
 
Bei großen Einzäunungen mit starken Bewuchs empfehlen wir:
Art.Nr.44687 12V Akku - Batteriegerät AVi 10.000

Weidezaungerät im Maisfeld.
 
Hinweis:
Für den Betrieb der Batteriegeräte sollten 12V Spezialakkus Art.Nr.34461 und 34462 zum Einsatz kommen. Die Spezialakkus sind für häufige Entladezyklen ausgelegt und haben eine wesentlich höhere Lebensdauer und Gerätelaufzeit als handelsübliche 12V Autobatterien. Um alle Gerätekomponenten sicher und witterungsgeschützt unterzubringen empfiehlt sich die Verwendung eines Metall Tragekastens Art.Nr.44870 oder Anti Diebstahlkastens Art.Nr.44164.
 
Solarbetrieb:
Alle 12V betriebenen Weidezaungeräte können mit einem Solarmodul erweitert werden. Die Ladeintervalle der 12V Akkus werden dadurch erheblich verlängert. Bei richtiger Dimensionierung ist ein wartungsfreier Betrieb über die gesamte Saison möglich. Je nach Stromverbrauch der Geräte kommen unterschiedliche Solarmodule zum Einsatz, Art.Nr.44412 und 44411. Die Module gibt es auch montiert auf einem Anti-Diebstahlkasten, Art.Nr.44417 und 44418. Für nähere Informationen und bei Fragen beraten wir Sie gerne telefonisch. Da Wildabwehrzäune häufig nur zu bestimmten Zeiten frequentiert werden, empfiehlt es sich, das Batteriegerät mit einer Zeitschaltuhr Art.Nr.44317 zu erweitern. Man hat dadurch die Möglichkeit das Gerät nur zu bestimmten Zeiten in Betrieb zu nehmen. Der Akku wird
durch die geringere Stromentnahme geschont und muß weniger häufig nachgeladen werden.
 
Erdung der Weidezaungeräte:
Eine gute Erdung des Weidezaungerätes ist Vorrausetzung für einen einwandfreien Betrieb. Die Anzahl der benötigten Erdungspfähle ist abhänig von der Geräteleistung, Zaunlänge, Bewuchs und Bodenbeschaffenheit. Nur bei einer guten Erdung erreichen Sie den vollen Stromimpuls am Zaun. Der geeignete Erdungspfahl hat die Art.Nr.44219 und als Anschluß und Verbindungskabel für weitere Pfahl empfehlen wir Art.Nr.33615. Weitere Informationen finden Sie unter "Weidezaun-Tipps" Kapitel "Erdung".
 
Warnlicht:
Da das Wild im allgemeinen noch keine Erfahrung mit Elektrozäunen gemacht hat, kann es vorkommen, dass es sich den Zaun sehr schnell nähert und diesen überrennt. Das Wild wird durch das Blitzen des Warnlichts abgeschreckt. Nach einiger Zeit überwiegt aber die Neugier und es wird sich dann vorsichtig dem Zaun nähern. Bei Zaunberührung erhält das Tier den Impuls und wird vertrieben. Jetzt hat es "gelernt", wo es blinkt da schmerzt es. Künftig wird diese Einzäunung gemieden. Da das Wild häufig in der Dunkelheit die Felder heimsucht hat sich das Warnlicht als einfaches aber hoch wirkungsvolles System bewährt. Das Warnlicht Art.Nr.32380 wird, in regelmässigen Abständen gut sichtbar, in den Zaun gehängt.
 
Prüfgeräte:
An einer regelmäßigen Kontrolle des Zaunes sollte nicht gespart werden. Es können schnell mal Fehler auftreten, so dass die Sicherheit des Elektrozaunes mehr gewährleistet ist. Um den Zustand des Zaunes zu kontrollieren gibt es Messgeräte in den unterschiedlichsten Ausführungen. Zur einfachen Messung genügt z.B. Art.Nr.44663 Zaunprüfer "6-stufig" oder mit Digitalanzeige Art.Nr.32310. Das Spitzengerät ist der Zaunkompass und Prüfer "FENCE-TRACKER" Art.Nr.32350. Ein Richtungsanzeiger führt direkt zur Fehlerstelle im Zaun. Das Gerät zeigt sogar die Fehlerart an, ob es sich um eine "Zaununterbrechung oder einen Kurzschluss" handelt. Wer schon einmal Fehler in einer Zaunanlage gesucht hat, der erkennt, wieviel Zeit er mit diesem Gerät einspart. Auch eine Warnung und Kontrolle durch Ihr Handy (per SMS) ist möglich. Um dieses zu nutzen müssen Sie lediglich das SMS-Alarmsystem installieren Art.Nr.48010. Bei Unterschreitung der eingestellten Mindestspannung erhalten Sie eine Warnung auf Ihr Handy. Auch eine Statusabfrage über die aktuelle Zaunspannung ist jederzeit möglich. So sind Sie immer über den aktuellen Zaunstand informiert, dass gibt Ihnen zusätzliche Sicherheit.
 
Praxistipp:
Bei Reparaturarbeiten am Zaun ist es sehr praktisch, wenn in gewissen Abschnitten Zaunschalter Art.Nr.44731 eingesetzt werden. So können Sie Ihren Zaun portionsweise abschalten und gefahrlos die Fehlerstelle instand setzen. Weite Wege zum An- und Ausschalten des Weidezaungerätes bleiben Ihnen somit erspart.
 
Warnschilder:
Als Betreiber einer Elektrozaunanlage sind Sie verpflichtet diese mit Warnschildern gut sichtbar zu kennzeichnen. Entlang öffentlichen Wegen oder Straßen sollte ca. alle 100 Meter ein gelbes Hinweisschild Art.Nr.44735 sichtbar am Zaun angebracht werden.
 
Ein geschütztes Maisfeld.

 

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