Wildschwein Abwehr
Wie schütze ich mich vor Wildschwein-Schäden?
Große Schäden richten Wildschweine nicht nur in der Landwirtschaft an. Die Tiere dringen immer öfter auch in die Lebensräume des Menschen ein und durchwühlen auf der Suche nach Nahrung private Gärten, Golfplätze oder Parks. Egal wo man hinschaut, die Schlagzeilen über Wildschweinschäden überschlagen sich fast.
Auf der Suche nach Engerlingen, Würmern und Wurzeln durchwühlen die Schwarzkittel ganze Flugplätze, sie fressen Weinberge kahl und machen selbst vor den Mülltonnen in Wohngebieten nicht mehr Halt.
Um sich erfolgreich vor den Schäden zu schützen, muss man die Wildschweine und ihr Verhalten genau kennen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen worauf man achten sollte und geben Ihnen schließlich eine Anleitung für den perfekten Wildschwein-Abwehrzaun.
- Allgemeines
- Sozialverhalten und Vermehrung
- Ernährung
- Verbreitung
- Probleme mit Wildschweinen und Lösungsansätze
- Bejagung
- Einzäunung
- Elektrozaun
- Elektrozaun-Komponenten im Überblick
Allgemeines
Das Wildschwein gehört zur Familie der echten Schweine.
Äußerlich ist das Wildschwein an seinem borstigen dunkelgrau bis braunschwarzem Fell zu erkennen. Frisch geborene Jungtiere (Frischlinge) tragen die typischen gelblichen Längsstreifen, welche nach etwa 4 Monaten verblassen und dann in ein bräunliches Jugendfell übergehen. Im Vergleich zum Hausschwein, hat das Wildschwein einen massigeren, gedrungeneren Körper und längere Beine. Besonders markant ist der kräftige, keilförmige Kopf mit der kurzen Rüsselschnauze. Mit diesem Rüssel, auch Gebrech genannt, wühlen die Tiere den Boden auf, um nach Nahrung zu suchen. Mit ihren kleinen Augen sehen die Schwarzkittel, wie die Wildschweine häufig von Jägern genannt werden, nicht besonders gut, allerdings sind der Geruchs-und Gehörsinn sehr gut ausgebildet. Größe und Gewicht variieren stark nach Region und Futterangebot. Ausgewachsene männliche Wildschweine (Keiler) können bis zu 1,80m lang, bis zu 1,10m hoch und 200kg schwer werden. Die weiblichen Tiere (Bachen) sind etwas kleiner und leichter. Die sehr stark ausgeprägten Eckzähne dienen vor allem dem Imponiergehabe, werden im Kampf aber auch als Waffen eingesetzt. Hierzu kann es z.B. in der Paarungszeit (Rauschzeit) kommen, wenn zwei Keiler sich um eine Bache streiten.

Sozialverhalten und Vermehrung
Wildschweine sind sehr gesellige Tiere und leben überwiegend in Familienverbänden (Familienrotte), die einer festen Hierarchie unterliegen.
Bachen sind bereits mit 8-10 Monaten geschlechtsreif, Keiler erst mit 2 Jahren. Das Paarungsverhalten der Bachen und der genaue Beginn der Paarungszeit wird von der ältesten fortpflanzungsfähigen Bache (Leitbache) bestimmt. In der Regel findet die Paarungszeit von November bis Januar statt. Kommt es zum Verlust der Leitbache droht eine unkontrollierte, ganzjährige Vermehrung, an der sich sogar schon die einjährigen Bachen (Überläufer)beteiligen. Aus diesem Grund sind Jäger dazu angehalten keine Leitbache zu erschießen, um einen Zerfall der intakten Rotte zu vermeiden.
Nach 114-118 Tagen, also meist im März bis Mai, kommen die Frischlinge zur Welt und können. Ein Wurf kann dabei bis zu 12 Jungtiere hervorbringen. Die Bache bringt ihre Jungen abseits der Rotte in einem Wurfnest zur Welt. Erst wenn die Kleinen beim Tempo der Rotte mithalten können, schließt sie sich wieder der Rotte an. Mildere Winter und ein verbessertes Nahrungsangebot sorgen dafür, dass das Frischlingssterben abgenommen hat und die Bache die meisten ihrer Jungen aufziehen kann. Zu beachten ist, dass laut Bundesjagdgesetz (§ 22 Abs. 4) keine frischlingsführenden Bachen geschossen werden dürfen.

Ernährung
Die Wildschweine sind als Allesfresser sehr anpassungsfähig.
Neben Waldfrüchten wie Eicheln, Kastanien und Bucheckern werden gerne auch Feldfrüchte wie Mais, Kartoffeln oder Getreide verspeist. Auch Obst, Klee, Kräuter und Wurzeln stehen auf dem Speiseplan. Um den täglichen Eiweißbedarf zu decken, durchwühlen die Schwarzkittel die Böden und suchen nach Engerlingen, kleinen Reptilien, Gelegen von Bodenbrütern und Insekten.
Insgesamt hat das Nahrungsangebot in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen und trägt unter anderem zu einer Vermehrung der Schwarzkittel bei.
Die häufig kritisierten großen Maisanbauflächen bieten dem Schwarzwild sowohl Nahrung, als auch Schutz vor Bejagung.
Aber auch in den Wäldern stieg das Nahrungsangebot. Schwere Stürme legten in den letzten Jahrzehnten immer mehr Äsungsflächen frei. Durch dichtere Abfolgen von Mastjahren (Jahre, in denen die Bäume besonders viele Samen bilden, die dem Wild als Futter dienen) stehen den Schwarzkitteln immer häufiger ihre Hauptnahrungsquellen, Bucheckern und Eicheln, zur Verfügung. Ganzjährige Fütterungen durch den Menschen versorgen die Tiere zusätzlich.
Verbreitung
Die tag- und nachtaktiven Wildschweine finden sich in den unterschiedlichsten Lebensräumen zurecht.
In Deutschland halten sich die Schwarzkittel bevorzugt in Laub- und Mischwäldern auf, die einen hohen Anteil an Buchen und Eichen aufweisen. Aber auch in Feldlandschaften und sumpfigen Gebieten mit Röhrichtzonen fühlen sich die Tiere wohl.
In den letzten Jahrhunderten hat sich das Verbreitungsgebiet der Schwarzkittel mehrfach geändert.
Klimaveränderungen, schwankende Nahrungsangebote, aber auch menschliche Eingriffe führten zu immer wechselnden Lebensräumen und Populationsraten der Tiere. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und Ausdehnung der Bejagung der Wildschweine, waren in den 1940er Jahren viele Gebiete Deutschlands Schwarzkittel-frei. Klimatische Faktoren, verbesserte Nahrungsangebote , Jagdbeschränkungen und Veränderungen in der Landwirtschaft haben dazu beigetragen, dass sich das Wild seit den Nachkriegsjahren wieder stark vermehren konnte. Anfang der 2000er lag die Zahl der Jagdstrecken in Deutschland erstmals wieder über 500000. Noch in den 1960er Jahren lag die Zahl der erlegten Wildschweine bei weit unter 30000.

Probleme mit Wildschweinen und Lösungsansätze
Mittlerweile ist sowohl die Bevölkerung als auch Politik bestrebt die Wildschweinzahlen wieder einzudämmen. Trotz veränderter Jagdgesetze und vielschichtiger öffentlicher Projekte zur Schwarzwildbewirtschaftung weisen Wildschweine momentan eine Produktionsrate von bis zu 300 Prozent im Jahr auf (Jagd & Jäger in RLP, 2012). Als Folge nimmt die Zahl der Wildunfälle zu, der Ausbruch von Wildtierseuchen wird begünstigt und landwirtschaftliche Ertragsausfälle durch Wildschwein-Schäden ruinieren ganze Existenzen.
Zwei große Lösungsansätze gibt es, um die genannten Probleme in den Griff zu kriegen. Zum einen eine intensivere Bejagung der Wildschweine, um die Populationsdichte zu erniedrigen. Zum anderen eine Vermeidung von Schäden durch den Einsatz von Zäunen.
Die häufig angepriesenen Abwehrmethoden in Form von Duftmarken, optischen Maßnahmen, Geräuscherzeugungen oder die Verwendung biologischer oder chemischer Mittel schützen, wenn überhaupt, nur sehr kurzfristig und werden von Fachleuten nicht empfohlen.
Bejagung
Die Bejagung von Schwarzwild darf nur durch dafür zugelassene Jäger erfolgen.
Da es keinen vorgeschriebenen Abschussplan mehr gibt, werden die Tiere teilweise das ganze Jahr bejagt. Aufgrund des hohen Jagddrucks haben die Tiere ihre Aktivitäten in die Nachtstunden verlegt, was den Jägern die Jagd erschwert. Um die Jagderfolge zu verbessern wird auf sogenannten Kirrplätzen Lockfutter ausgelegt (Kirrung). Das Futter soll die Tiere anlocken, um sie dann leichter zur Streckung zu bringen. Gute Erfolge werden auch durch Drückjagden erzielt. Dabei werden die Wildschweine gezielt mit Treibern zum Jäger geführt. Diese Art der Jagd ist allerdings sehr organisations- und zeitintensiv. Ein hoher Kosten- und Zeitaufwand wird auch in Maisfeldern betrieben, die mit Schussschneisen ausgestattet sind. Die Schneisen werden bevorzugt quer zu den Maisreihen schon während der Aussaat angelegt. Die Tiere fühlen sich innerhalb der Maisschläge sehr sicher und verhalten sich relativ ruhig. Für die Jäger sind die Schwarzkittel auf den Schneisen gut zu sehen und damit leichter zu erlegen. Die hohen Ertragsverluste werden den Landwirten teilweise durch Förderprogramme erstattet.
Einzäunung
Um das eigene Grundstück vor dem Einwechseln von Wildschweinen zu schützen, sind Einzäunungen die einzige Wahl.
Bei Festzäunen, die rein als mechanische Barriere dienen sollen, ist darauf zu achten, diese möglichst robust zu installieren, sodass ein Hochdrücken oder Auseinanderbrechen des Zauns nicht möglich ist.
Wildschweine können auf der Suche nach Futter beachtliche Kräfte entwickeln, sodass selbst Maschendrahtzäune für sie kein Hindernis darstellen.
In Betracht kommen daher nur Baustahlmattenzäune, Stabmattenzäune oder Wildschutzzäune.
Baustahlmattenzäune sehen zwar nicht besonders schick aus, eignen sich aber gut um an Wald grenzende Grundstücke abzusichern. Die Installation ist allerdings recht aufwändig, da die Zäune mindestens 40cm in den Boden eingelassen werden müssen. Um ein Untergraben durch die Schwarzkittel noch sicher zu verhindern, sollte der Zaun im Erdreich nach außen gebogen werden. Eine schöne, aber auch teurere Variante ist der Stabmattenzaun. Die Pfähle der verschraubten Stabmatten werden fest in den Boden einbetoniert und sichern so eine ausreichende Stabilität gegen die kräftigen Schwarzkittel. Aufgrund der hohen Kosten eignet sich der Stabmattenzaun eher für kleinere Einzäunungen. Die Wildschutzzäune bieten durch ihre besonders stabilen Drahtgeflechte Schutz vor Zerstörungen. Allerdings müssen auch diese ca. 50cm tief in den Boden eingelassen oder an Betonsockel befestigt werden, um ein Hochdrücken des Zauns zu vermeiden.
Elektrozaun
Eine wesentlich einfachere und günstigere Methode stellt das Errichten eines Elektrozauns dar.
Der Elektrozaun eignet sich sowohl für kleine als auch für große Gelände und bietet den zuverlässigsten Schutz vor Wildschweinen. Die Tiere erhalten bei Berührung des Elektrozauns einen Stromimpuls, der zwar ungefährlich ist, aber sehr unangenehm, sodass die Schwarzkittel sich auch in Zukunft vom eingezäunten Gebiet fernhalten.
Im Folgenden möchten wir Ihnen detailliert zeigen, worauf bei einem Elektrozaun zur Abwehr von Wildschweinen zu achten ist:
Voraussetzung für eine zuverlässige Abwehr von Schwarzwild mit dem Elektrozaun ist das richtige Zubehör. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Tipps und Anleitungen geben, die den Aufbau eines Wildschwein-Abwehrzauns vereinfachen.
Wildschweine sind sehr stark und widerstandfähig und zudem den Elektrozaun nicht gewohnt. Aus diesem Grund ist bei der Gestaltung des Zauns auf eine hohe Leistungsstärke und auffallende Optik zu achten. Wichtig ist, dass die erste Berührung mit dem Zaun in so starker Erinnerung bleibt, dass die Tiere sich nicht ein zweites Mal nähern!
Das Weidezaungerät:
Die Leistung des Weidezaungerätes ist aus diesem Grund höher zu wählen als bei üblichen Pferde- oder Rinderzäunen.
Eine Zaunspannung von 2000V reicht bei Wildschweinen nicht aus.
Die Zaunspannung sollte mind. bei 4000V liegen. Die Entladeenergie sollte 2 Joule nicht unterschreiten, bevorzugt werden Geräte mit ca. 3-5 Joule verwendet. (Art.Nr.: 44853 und 44687)Da die Wildschweine den Zaun meist erschnuppern und dann einen Schlag auf den sehr empfindlichen Rüssel bekommen, sind höhere Schlagstärken als 5 Joule zur Abschreckung nicht erforderlich.
Haben Sie allerdings einen sehr langen Zaun oder häufig Bewuchs am Zaun, macht es Sinn sich ein Gerät mit Leistungsreserve anzuschaffen. Diese Geräte weisen bis zu 14 Joule Impulsenergie auf und bieten höchste Funktionssicherheit. (Art.Nr.: 44875)
Um die nötigen Leistungen erbringen zu können, verwenden Sie entweder ein 12V-Akkugerät oder optimal ein Weidezaungerät mit Netzanschluss.
12V-Akkugeräte eignen sich für mittlere bis lange Zäune mit einer Länge bis zu 10km. Für die leistungsintensive Wildschweinabwehr benötigt das 12V-Gerät einen Akku mit mind. 100 Ah. In der Praxis hat sich das Vorrätighalten eines Wechselakkus als sehr hilfreich erwiesen. Des weiteren gibt es die Möglichkeit eine Solarpaneele mit anzuschließen. Hiermit sparen Sie viel Arbeit, Zeit und Geld und schonen zudem noch die Umwelt.

Wenn es möglich ist, wird allerdings zur Wildschweinabwehr ein Netzgerät empfohlen. Durch den 230V-Anschluss stehen Ihnen höhere Leistungen kostengünstig zur Verfügung und Sie können auf diese Art auch sehr lange Zaunstrecken sicher unter Spannung setzen. (Art.Nr.: 42130, 44865 und 44875)
Wählen Sie auf jeden Fall ein Gerät aus, dass Ihre berechnete Zaunlänge auch bei Bewuchs noch mit ausreichend Leistung versorgt.
Das Zaunleitermaterial:
Wildschweine sehen sehr schlecht. Deswegen ist bei der Verwendung des Leitermaterials besonders auf die Sichtbarkeit zu achten. Studien belegen, dass die Tiere am besten schwarz-weiß Kontraste erkennen.
Bei der Wildschwein-Abwehr sind häufig sehr große Zaunlängen im Einsatz. Um den Strom auch über diese weiten Strecken optimal führen zu können, ist beim Zaunleitermaterial auf besonders gute Qualität zu achten.
Bei einem Festzaun bietet sich verzinkter Stahldraht an. Dieser weist eine hervorragende Leitfähigkeit auch über weite Zaunstrecken auf und ist besonders robust. (Art.Nr.: 44547)
Planen Sie einen mobilen Zaun zu errichten, haben Sie die Wahl zwischen Drahtlitze (Art.Nr.: 44539) und Kunststofflitze (Art.Nr.:44800). Diese lassen sich wesentlich leichter auf und abwickeln als der Stahldraht und sind so flexibler einsetzbar. Die Drahtlitze besticht durch ihre hohe Reißfestigkeit, die sehr gute Leitfähigkeit und den günstigen Preis. Nachteilig erweist sich das relativ hohe Gewicht beim Auf- und Abbauen, die schwierige Handhabung und die Rostanfälligkeit. Die Kunststofflitze ist wesentlich leichter, dafür aber weniger widerstandsfähig.
Wir empfehlen Litze mit mind. 6, besser 9, Nirosta-Fäden, zudem sollte mind. 1 Kupferfaden mit eingewebt sein (Art.Nr.: 44645). Der Widerstand sollte 0,3 Ohm/m nicht überschreiten. Zusätzliche UV-Beständigkeit verlängert die Lebensdauer der Litze.
Hervorragende Sichtbarkeit und sehr gute Leifähigkeit bietet die neue Kunststofflitze mit TLD-Technologie in schwarz-weiß (Art.Nr.: 42405)
Das Abrollen und Spannen der Litze wird durch die Verwendung von Haspeln erleichtert. In der Regel weisen Haspeln ein Fassungsvermögen von 500-2000m Litzenlänge auf. Bei Bedarf können sie auch an den Festzaunpfählen befestigt werden.
Falls Sie Bruchstellen im Zaun vorfinden oder Ihre Litze zu kurz ist und Sie diese verlängern möchten, vermeiden Sie es die Litze zu verknoten!
Knoten weisen einen sehr hohen Widerstand auf und hemmen somit den Stromfluss in Ihrer Zaunanlage. Verwenden Sie anstelle spezielle Verbinder für Litze. Diese schaffen eine leitfähige Verbindung zwischen den Litzen-Enden und sind somit die perfekte Wahl, um die notwendige Hütespannung am Zaun zu gewährleisten. (Art.Nr.: 44684 und 44619)
Tipp: Damit die Schwarzkittel den Elektrozaun nicht übersehen, planen Sie ein 10mm Band als optisches Erkennungsmerkmal mit ein! (Art.Nr.: 44554)
Die Pfähle:
Das Gerüst für Ihre Zaunanlage bilden die Festzaunpfähle. In den Ecken, an Durchfahrten, aber auch an Umlenkpunkten mit besonders hoher Zugkraft stellen Sie stabile Holz- oder Metallpfähle auf. Befestigen Sie hieran die Isolatoren (Art.Nr.: 44812) für die Litze in 2-3 Höhen. Damit die großen Wildschweine, aber auch die kleinen Frischlinge nicht durch den Zaun schlüpfen können, planen Sie die oberen Reihen in ca. 45cm und 70cm Höhe und die untere Reihe in ca. 20cm Höhe.


Um die optische Auffälligkeit des Elektrozauns zu verstärken, ziehen Sie in die untere Zaunreihe zusätzlich zur Litze noch ein 10mm Band mit ein.
Zwischen den Festzaunpfählen setzen Sie jetzt bevorzugt leichte Kunststoff-, Fiberglas- oder Metallpfähle, die die Litze isoliert vom Boden führen. Achten Sie darauf, dass sich die Ösen dieser Streckenpfähle in den richtigen Höhen befinden. (Art.Nr.: 44451, 44498 und 44585)
Damit die Litze auch über weitere Strecken richtig gespannt bleibt bzw. Sie ggf. auch den Zug abmildern können, installieren Sie ca. alle 70-100m zusätzlich einen Festzaunpfahl. (Art.Nr.: 44825 und 44812)
Hinweis: Achten Sie beim Setzen der Pfähle immer auf ausreichend Platz, um den Zaun gut warten zu können. Bei der Vernichtung von Bewuchs kommen neben der Sense nicht selten auch Herbizide oder Brenner zum Einsatz. Gerade in diesem Fall ist auf den notwendigen Abstand, zu z.B. angrenzenden Feldern, zu achten, um Feldfrüchte und ähnliches nicht zu belasten.
Toreinbau:
Gerade beim Schutz von Feldern sind Tore für die Durchfahrten der Landmaschinen notwendig. Planen Sie aus diesem Grund beim Aufbau Ihrer Zaunanlage so viele Tore wie nötig mit ein. Da ein Tor jedoch immer eine Schwachstelle zur Stromweiterleitung im Zaun darstellt, sollten auch nicht mehr Tore eingebaut werden.
Verwenden Sie hierbei Torgriffe, Torgriffhaken mit Zugfedern (Art.Nr.: 44259, 44421 und 44426).
Wir empfehlen zudem eine unterirdische Überbrückung der Durchgänge mit einem isolierten Hochspannungskabel (Art.Nr.: 32601).
Nicht selten kommt es vor, dass jemand vergisst das Tor nach dem Durchfahren wieder zu schließen. Die Litze liegt dann auf dem Boden und verursacht einen Kurzschluss, was zu einem erheblichen Spannungsabfall führt.
Für diesen Fall eignet sich auch die Verwendung die Verwendung eines flexiblen Torsystems (Art.Nr.: 44925). Hier wird das Elektroseil- bzw.-band beim Öffnen direkt in einer Trommel aufgerollt. Auf diese Weise kommt es zu keinerlei Ableitungen und das Leitermaterial bleibt sauber.
Die Erdung:
Wie bei jedem Elektrozaun ist auch beim Wildabwehrzaun besonderes Augenmerk auf die Erdung zu legen. Der Strom kann nur fließen, wenn der Stromkreis über das Tier und die Erde geschlossen wird. Damit Sie eine gute Rückleitung des Strom zum Gerät gewährleisten, verwenden Sie bevorzugt Erdstäbe mit T- oder L-Profil aus verzinktem Stahl. Diese weisen eine große Oberfläche auf und sind sehr gut leitfähig.
Schlagen Sie die Erdstäbe ca. 1-2m tief in die Erde (Art.Nr.: 44219). Die einzelnen Erdstäbe sollten in einem Abstand von ca. 3m gesetzt werden und untereinander mit einem Hochspannungskabel verbunden werden (Art.Nr.: 32601 und 33615).
Bei mobilen Zäunen werden häufig runde Erdstäbe mit einer Länge von 0,75m verwendet (Art.Nr.: 44375). Durch Setzen mehrerer Erdstäbe (3-7 Stück) wird auch hier eine ausreichende Leitfähigkeit erzielt.
Wenn sich in der Nähe Ihres Elektrozauns weitere Erdungsanlagen, wie z.B. die Erdung eines Wohnhauses, befinden, halten Sie mit Ihren Erdungsstäben einen Abstand von mind. 10m zu diesen ein.
(weitere Infos zur Erdung unter: Warum ist eine gute Erdung so wichtig?)
Praktisches Vorgehen beim Aufbau:
- Festzaunpfähle einschlagen und Isolatoren befestigen
- Etwa alle 5-7m Streckenpfähle (aus Kunststoff, Metall oder Fiberglas) einschlagen
- Litze (und Band) abrollen, in Isolatoren einhängen
- Zaun ggf. an Isolatoren nachspannen
- bei Toren Torgriffe mit Spannfedern verwenden
- Weidezaungerät aufstellen und Erdungsstäbe einschlagen
- elektrische Anschlüsse und Verbindungen herstellen
(über Zaunanschlusskabel Litze mit Gerät-Zaunanschluss verbinden; über Erdanschlusskabel Erdstab mit Gerät-Erdanschluss verbinden; die 2-3 Litze-Reihen untereinander mit einem Zaunverbindungskabel verknüpfen)
Extra-Tipp: Als zusätzlicher Abwehrschutz kann sich das Benetzen einiger Zaunbestandteile, wie z.B. die Festzaunpfähle, mit Vergrämungsmittel als sehr nützlich erweisen. In Zukunft verbindet das Schwarzwild dann auch in anderen Gebieten das Vergrämungsmittel mit einem unangenehmen Stromschlag und meidet diese Bereiche. Einen ähnlich abschreckenden Effekt hat auch ein aufblitzendes Warnlicht (Art.Nr.: 32380). Das Wild wird durch das Licht vor dem Elektrozaun gewarnt und daran gehindert diesen zu übersehen und ggf. zu überrennen. Sollte nach einiger Zeit die Neugier überwiegen und das Tier sich doch dem Zaun nähern, wird der Stromschlag das Wildschwein vertreiben. Das Schwarzwild wird daraufhin Bereiche mit Warnlicht meiden, um weiteren Stromschlägen zu entgehen!
Zusätzlich zu beachten:
Verwendung von Zaunverbindungskabel:
Eine bessere Leitfähigkeit und somit die Spannungs-Versorgung einer längeren Zaunstrecke erreichen Sie durch Querverbindungen der oberen und unteren Litzen-Reihe ca. alle 200- 300m. Sollten Sie Ihren Zaun im Kreis aufbauen, verbinden Sie auch Anfang und Ende des Zaunes miteinander. Häufig wird auch nur eine Geländeseite abgezäunt, in diesem Fall müssen Anfang und Ende des Zauns nicht miteinander verbunden werden.
Anschlussverbindungen von Kupferdrähten und verzinkten Bauteilen vermeiden:
Anschlüsse die Kupferdrähte enthalten, sollten nicht in direkten Kontakt mit verzinkten Bauteilen gebracht werden (Erdstab, Gerät, Litze usw.). Es könnte zur Ausbildung eines galvanischen Elements kommen und durch Korrosion die Verzinkung beschädigt werden.
Zur Umgehung dieses Problems können Sie bei mobilen Zäunen verzinnte Kabelschuhe (Art.Nr.: 33615) oder bei Festzäunen spezielle Anschlussleitungen (Kabel mit verzinktem Stahlkern) verwenden (Art.Nr.: 32601).
Kontrolle von Ableitungen:
Bewuchs am Zaun, defekte Isolatoren oder direkte Berührung der Litze mit nassen Holzpfählen, all diese Punkte und noch viele weitere führen dazu, dass der Stromkreis des Elektrozauns zur Erde geschlossen wird. Der dadurch fließende Strom erniedrigt die Spannung am Zaun.
Sollte jetzt ein Wildschwein den Zaun berühren, reicht die Leistung für eine nötige Abschreckung nicht mehr aus.
Kontrollieren Sie deswegen regelmäßig Ihren Zaun auf seine volle Funktionstüchtigkeit.
Durch praktische Zaunprüfer vereinfachen Sie sich die Fehlersuche erheblich (Art.Nr.: 44698). Moderne digitale Zaunprüfer zeigen die genaue Stromstärke und Spannung am Zaun an (Art.Nr.: 44863). Zur Anwendung bei Stahldraht gibt es mittlerweile sogar Zaunprüfer, welche Sie mithilfe von Richtungspfeilen genau zur Fehlerquelle hinführen (Art.Nr.: 44864).
Insgesamt ist es sehr hilfreich, sich mehrere Punkte in der Zaunanlage herauszusuchen und an diesen Stellen regelmäßig zu messen. Diese Werte lassen sich dann gut miteinander vergleichen und erleichtern die eventuell nötige Fehlersuche.
Eine besonders komfortable Art der Zaun-Überwachung bietet eine Zaunalarmanlange mit SMS-Funktion (Art.Nr.: 48010). Sobald die Zaun-Spannung unter einen bestimmten Wert sinkt, werden Sie per SMS informiert. Auf diese Weise bleibt kein Zaunproblem mehr unentdeckt und sie sparen sich lästiges Auf-und Abgehen der Zaunanlage.
Kennzeichnung des Wildzauns:
Bei elektrischen Zaunanlagen, die sich in der Nähe von öffentlichen Straßen und Wegen befinden, ist die Kennzeichnung mit einem Warnschild gesetzlich vorgeschrieben. Befestigen Sie gut sichtbar, ca. alle 100m, an Einmündungen von Wegen und an Orten, wo kein Weidezaun erwartet wird, ein Warnschild mit der Aufschrift "Vorsicht Elektrozaun". (Art.Nr.: 44735)
(Je nach Bundesland können unterschiedliche Vorschriften zur Kennzeichnung von Elektrozaunanlagen vorliegen. Informieren Sie sich bitte im Vorwege bei der für Sie zuständigen Behörde.)

Sehr lange Zäune (größer 10000 Meter):
Bei sehr langen Zäunen bietet es sich an das einzuzäunende Gebiet in mehrere Zaunabschnitte einzuteilen. Jeder Zaunabschnitt wird hierbei mit einem eigenen Gerät versorgt.
Dies hat den Vorteil, dass bei Defekten im Zaun nicht gleich die gesamte Zaunanlage in Mitleidenschaft gezogen.
Desweiteren können auf diese Weise Fehler leichter aufgespürt und behoben werden.
Zu beachten ist bei dem Betrieb mehrerer unabhängiger Elektrozäune ein Mindestabstand von 2,5m zueinander. Dazwischen auftretende Lücken müssen dann unter Umständen durch mechanische Barrieren wie einem Bretterzaun oder anderem nicht leitenden Material geschlossen werden.
Qualität zahlt sich aus:
Die vermeintlich hohen Kosten einer Elektrozaunanlage zur Wildabwehr sind nichts gegen die häufig viel höheren Kosten und Ärger in Folge eines Wildschadens. Bei der Auswahl gilt: Je hochwertiger die Zaunkomponenten, umso zuverlässiger die Abwehr!
Elektrozaun-Komponenten im Überblick:
Weidezaungerät
- 230V Weidezaungerät "NVi 15000" (Art.Nr. 44875)
- 230V Weidezaungerät "NVi 7000" (Art.Nr. 44865)
- 230V Weidezaungerät "NV 6800" (Art.Nr. 42130)
- 12V Baterriegerät "AVi 8000" (Art.Nr. 44853)
- 12V Baterriegerät "Avi 10000 " (Art.Nr. 44687)
Zaunleitermaterial
- verzinkter Stahldraht (Art.Nr. 44547)
- Drahtlitze (Art.Nr. 44539)
- Kunststofflitze (Art.Nr. 44800, 44645)
- Spezial-Kunststofflitze mit TLD-Leitertechnologie in schwarz-weiß (Art.Nr. 42405)
- 10mm Band (Art.Nr.: 44554)
Verdrahtung
- Verbinder für Litze (Art.Nr. 44684, 44619)
- Hochspannungsisoliertes Kabel (mit verzinktem Stahlkern) (Art.Nr. 32601)
- Erdpfahlverbindungskabel (Art.Nr. 33615)
- verzinnte Kabelschuhe (Art.Nr.: 33615)
Pfähle
- Kunststoffpfähle (Art.Nr. 44451, 44498)
- Fiberglaspfähle (Art.Nr. 44585)
- Festzaunpfahl "Octo-Wood" (Art.Nr. 44825)
Isolatoren
- Eckisolator "Super" (Art.Nr. 44812)
Toreinbau
- Torgriffe (Art.Nr. 44259)
- Torgriffhaken mit Zugfedern (Art.Nr. 44421)
- Schnell-Anschluss-Set (Art.Nr. 44426)
- flexibles Torsystem (Art.Nr. 44925)
Erdung
Zaunprüfer
- Zaunprüfer 8-stufig (Art.Nr. 44698)
- digitaler Zaunprüfer (Art.Nr. 44863)
- Zaunprüfer mit Richtungsanzeige für Stahldraht (Art.Nr. 44864)



































